Küche

 

Wer eine Wohnmobilzulassung anstrebt, oder unterwegs nicht bloß von 5-Minuten-Terrinen leben möchte, sollte sich überlegen, eine Küche in den zukünftigen Camper einzubauen. Zusätzlich bleibt natürlich die Möglichkeit, den Kocher oder eben Grill im Freien zu benutzen - Was aber, wenn es mal in Strömen regnet oder windet? Wir haben uns also für eine Kochnische entschieden, auch vor dem Hintergrund der Verstaumöglichkeit diverser Utensilien, wie Geschirr, Lebensmittel, Kühlschrank etc.

Dabei haben wir, nach einiger Zeit des Überlegens, nun doch auf ein Waschbecken verzichtet, und uns entschieden, stattdessen einen mobilen Kühlschrank zu verbauen, denn unser T4 mit normalem Radstand bietet leider nicht mehr Platz. Für Wasser haben wir jetzt immer den Wasserkanister dabei. Zudem verfügt unsere Küche über zwei Besteckschubladen, einen kleinen Esstisch und ausreichend Stauraum für Lebensmittel, sowie ein Gewürzregal und das Fach zur Verstauung von Olivenöl, Balsamico etc.

Verwendetes Material

 Verwendetes Werkzeug

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Planung & Einkauf

Den Bau der Küche haben wir, wie üblich, mit einer detaillierten Skizze begonnen. Somit kannten wir die benötigten Längen und konnten uns im Baumarkt alle Bretter auf die richtigen Größen zurecht schneiden lassen. Ein großer Vorteil, wenn man wie wir nur in einer Stadtwohnung lebt und keine Werkstatt oder Garage zur freien Verfügung zum Basteln hat.

Zudem haben wir arretierbare Teleskopschienen bzw. Schwerlast-auszüge für den Kühlschrank und einfache Teleskopschienen für die Besteckschubladen bestellt. Aufgrund des geringeren Gewichts der gefüllten Schubladen haben wir bei diesen Teleskopschienen auf die Arretierung verzichtet. Sie sind so passend eingesetzt, dass sie im geschlossenen Zustand auch geschlossen bleiben.

Gestell & linke Front

Schließlich haben wir das Gestell der Küche zusammengeschraubt: Die Tür in der linken Küchenfront (ist zugleich unser Tisch) haben wir mit der Stichsäge ausgesägt, geschliffen und anschließend eingebaut: hier haben wir keine Scharniere sondern Klavierband verwendet - super Sache!

Normalerweise hätte die Küche bereits in ihren Einzelteilen geölt werden müssen - leider haben wir das verpasst und so durften wir das Ölen im eingebauten Zustand vollenden. Bis heute fehlt uns noch eine Möglichkeit, den Tisch bzw. die Tür in der Front im angehobenen Zustand zu arretieren, um an die dort eingelagerten Gegenstände und Lebensmittel zu kommen - das steht weiterhin auf unserer To-Do-Liste. 

Esstisch

Damit unser Tisch stabil stehen kann, haben wir ein einfaches Tischbein im Baumarkt gekauft. Um dies als Stütze zu verwenden, haben wir es auf die richtige Länge zurecht gesägt. Mithilfe eines Gewindes auf der Tischunterseite können wir das Tischbein jederzeit an- und abschrauben.

!!! Wichtig bei der ganzen und vorausgehenden Berechnung der Küche ist die Höhe der Küchenfront, da diese hoch genug sein musste, damit letztlich auch der Tisch oberhalb unserer Beine beim Sitzen ist. Hierfür spielen auch die Höhen des Bettes/Sitzbank und der Polster eine entscheidende Rolle. Zudem solltet ihr die Maße eures Kühlschrankes wissen, da diese die Betthöhe determinieren.

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Schubladen-Einbau & Ölen 

Als die Teleskopschienen endlich ankamen, konnten wir mit dem Einbau dieser beginnen. Vier kleine wurden für die Schubladen verwendet und zwei große (genauer: Schwerlastauszüge) für den Kühlschrank. 

Bei dem Einbau dieser ist es wichtig, dass die Schienen auf der gleichen Höhe angebracht werden. Verlaufen diese nämlich nicht parallel zueinander, kann es sein, dass sich die Schubladen nur schwer bewegen lassen, klemmen, oder  gar nicht verwendet werden können. Umso genauer ihr also bei diesem Arbeitsschritt seid, desto leicht-gängiger lassen sich später die Schubladen herausziehen. Außerdem sieht man auf dem Foto, wie Kathi das das Holz der Küche ölt.

Gewürzregale & Klappe

Um den Einbau zu optimieren und ewiges Gesuche zu reduzieren, haben wir nachträglich noch zwei Gewürzregale eingebaut.

Zudem hatten wir eingangs das Problem, dass wir nicht mehr an die Dinge im linken Teil der Küche heran kamen, wenn das Bett gemacht war - Logisch, da dieses die Tür der Küchenfront / Tisch blockierte. Aus diesem Grund haben nachträglich noch eine Klappe in die Arbeitsplatte gesägt und mit Klavierband als Scharnier befestigt.

Diese beiden Nachträge haben sich auf den nachfolgenden Reisen bereits aufgrund der  verbesserten Praktikabilität bezahlt gemacht. Außerdem sorgen die Gewürzregale für einen richtigen wohnlichen Look.

Kühlschrank & Griffe

Im letzten Schritt haben wir diese Ledergriffe an die Schubladen angebracht. In puncto Kühlschrank haben wir uns für diesen von Dometic entschieden, da er den Vorteil hat, dass er sowohl mit Strom (12V / 230V), als auch mit Gas (50 mbar) betrieben werden kann. Hierdurch können wir z.B. auf Campingplätzen den Stromanschluss nutzen oder, wenn wir autark unterwegs sind, eben die mitgeführte Gasflasche verwenden. Dies gibt uns Flexibilität, was auf Reisen ein großer Pluspunkt ist. Der 12V Betrieb eignet sich besonders, um die Temperatur im Kühlschrank niedrig zu halten. Den Gasbetrieb solltet ihr nur dann verwenden, wenn ausreichend Frischluft Zirkulation  vorhanden ist. Daher werden wir noch zwei Lüftungsgitter in die Fahrzeugkarosserie auf der Kühlschrank-Rückseite einbauen.

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